Fallbeispiele aus der Heilpraktiker-Praxis

Blatt mit Wassertropfen

Schluckauf…hicks

Schluckauf: Akupunktur und Moxibustion der Zwerchfellverkrampfung

Bei Schluckauf bzw. Zwerchfellverkrampfung unterscheiden wir Hitze- und Kältetyp sowie Fülle- und Mangeltyp.

  • der Hitzetyp wird akupunktiert
  • der Kältetyp wir zusätzlich moxibustiert
  • beim Fülletyp verwenden wir ausleitende/ sedierende Techniken
  • beim Mangeltypen wenden wir harmonisierende/stärkende Methoden an

Der Behandlungserfolg hängt entscheidend von dieser Differenzierung ab.

Die zwei Akupunktur-Punkte Mb 4 (gong sun) und Pk 6 (nei guan) harmonisieren die Wechselwirkung zwischen dem Thorax und dem Abdomen. Außer zur Behandlung des Schluckaufs kann man diese Kombination auch zur Behandlung von Erkrankungen des Herzens, des Brustkorbs, des Magens, des Darmes und der Verdauungsorgane allgemein verwenden.

Die Diagnose des Falls

Junge Frau um die 40 Jahre mit geschwächter Konstitution, Mangel an Milzenergie, Disharmonie der Magenfunktion und umgekehrt fleißendes, aufsteigendes Leber Qi, das den Schluckauf verursacht hat. Der Grund hierfür war eine langanhaltende emotionale Belastung und aktueller Streß auf der Arbeit.

Die Behandlung

erfolgte nach dem Prinzip, die Funktion von Milz und Magen zu harmonisieren und den ungehinderten Fluss des Qi wieder herzustellen: Abwenden des Übergriffes HOLZ -> ERDE.

Zuerst habe ich mit viszeralen osteopathischen Techniken das Zwerchfell versucht zu entspannen und die Organe Leber und Magen mit recoil Techniken versucht zu entlasten und zu befreien.

Danach habe ich Mb 4 und Pk 6 tonisierend akupunktiert. Der H/E – Ausgleich erfolgte mit Ma 43 (xiangu) + Gb 41 (lingqi,) sedierende Nadelung. Der Schluckauf wurde dadurch leichter.

Nachdem die Patientin zuhause eine Mahlzeit eingenommen hatte, verschwand der Schluckauf für den Rest des Tages. In dieser Zeit hatte die Patientin nur gelegentlich Schluckauf und fühlte sich insgesamt ruhiger.

Die Behandlung wurde am folgenden Tag fortgesetzt. Dazu habe ich die Punkte Le 3 ( tai chong) und Renmai 6 (qi hai) zusätzlich genadelt. Le 3 ist der Quell-/ Yuan-Punkt des Lebermeridians und soll das aufsteigende Qi der Leber harmonisieren und den gleichmäßigen Fluss wieder herstellen. Renmai 6 stärkt das Qi des unteren Erwärmers. In der gleichen Behandlung habe ich Moxa auf Ni1 (yong quan) gegeben um das gegenläufige Qi zu ordnen.

Der Patientin geht es jetzt insgesamt besser. Sie hat den Entschluss gefasst, die ursächlichen Emotionen anzuschauen und zu bearbeiten/aufzulösen.

Herzliche Grüße !

Ihre Gabriele Bartels