Was würden Sie schätzen – wann setzen im Zuge der Wechseljahre die ersten hormonellen Veränderungen im weiblichen Körper ein? Viele Frauen überrascht die Antwort: oft schon ab Mitte 30.
Der Übergang von der fruchtbaren Phase bis zur Postmenopause ist kein plötzlicher Umschwung, sondern eine jahrelange Übergangsphase. Oft werden die ersten Anzeichen im stressigen Alltag übersehen oder falsch gedeutet. Wenn dann im Sommer die Außentemperaturen steigen, gerät das hormonelle Gefüge noch stärker ins Wanken. Plötzlich verändern sich Schlaf, Energie und das allgemeine Wohlbefinden.
„Bin ich nicht mehr belastbar?“, „Ich erkenne mich selbst nicht wieder“ oder „Ist das noch normal?“ sind Fragen, die ich von Frauen in meiner Praxis in Kempten in dieser Phase immer wieder höre. Die klare Antwort lautet: Ja, es ist normal – aber Sie müssen sich damit nicht abfinden!
Inhaltsübersicht
- TCM Basics und Begriffsklärung
- Energetische Dysbalancen – “wenn etwas aus dem Ruder läuft”
- Die 4 Phasen der Wechseljahre aus medizinischer & TCM-Sicht
- Warum der Sommer die Wechseljahresbeschwerden verstärkt
- Ihr Fahrplan für einen harmonischen Übergang in Ihre neue Weiblichkeit: die 5 Säulen der Heilung
- Wie Ihnen die Chinesische Medizin in Kempten durch die Wechseljahre hilft
TCM Basics und Begriffsklärung
Unser Energiepotential aus chinesischer Sicht:
Yin und Yang
sind 2 Energien, die sich gegenüberstehen und sich gegenseitig ergänzen und brauchen:
- Yang bezeichnet unsere Dynamik und Kraft, die sich in der Entfaltung, der Erwärmung und in allen Bewegungen und Aktivitäten des Körpers ausdrücken.
- Yin ist die bewahrende, kühlende und eher materielle Energie.
Vereinfacht gesagt ist Yang dem Feuer und Yin dem Wasser zugeordnet. Diese beiden Energieaspekte brauchen einander zum Ausgleich und sind gleichberechtigte Teile eines Ganzen….in uns, in der Natur und im ganzen Universum.
Wir sagen: Yang bringt Yin hervor -> wichtiger therapeutischer Ansatz bei Defiziten.
Qi, Blut & Säfte
- Qi (Teil des Yang) ist eine nicht materielle Energie. Qi ist das Leben selbst, zeigt sich aber auch ganz spezifisch als Bewegung in unserem Muskeln, in unserem Geist, z.B. als Konzentrations- und Verknüpfungs-Fähigkeit, als Aktivität unserer Organe, Gefühle, Gedanken – einfach alles lebendige Funktionieren.
- Blut (Teil des Yin) ist ein nährender Aspekt. Er ist dichter und materieller als Qi. Die uns bekannte Blutflüssigkeit ist jedoch nur ein kleiner Teil dieses Energieaspektes. Wir sagen “Blut macht rund”, ein kerniges, kräftiges Aussehen, Resilienz, Abstand und adäquates emotionales Verhalten ist damit gemeint.
- Säfte (Teil des Yin) entspringen der selben Quelle wie Blut: beide werden aus Nahrung gewonnen, durch eine der vielen Funktionen des Qi. Säfte kühlen, schmieren und befeuchten und unterstützen so den “reibungsfreien” Ablauf aller Bewegung und Aktivitäten.
Essenz und Shen
Unsere Essenz hat etwas Tiefes und Geheimnisvolles. Wir erben sie von unseren Eltern. Wir sprechen hier von unserer “Ahnen-Energie”: Menge und Qualität werden zum Zeitpunkt der Zeugung festgelegt und ist damit unveränderlich. Die Essenz beschreibt unsere Konstitution und Vitalität. Sie ist wie ein kostbarer Nektar und reicht für unser gesamtes Leben. Unser Lebensstil entscheidet, wieviel Essenz wir täglich “ausgeben”. Da Essenz auch im Blut durch den Körper zirkuliert, verlieren Frauen durch die Monats-Blutung also auch Essenz. Männer hingegen verlieren Essenz durch das Ejakulat.
Schutz der vorgeburtlichen Essenz erfahren wir, indem wir während unseres Schlafes überschüssige Energien aus Atmung und Nahrungs-Verdauung in eine “nachgeburtliche” Essenz umwandeln können. Das ist eine gute Nachricht!!!
Shen sind all unsere geistigen und Bewußtseins-Aspekte. Wir haben Geist, Witz, Genialität, geistige Anbindung an Höheres, geistige Offenheit etc. Unser Shen ist Yang: leicht, fein, aktiv. Dieses Yang braucht Yin, um sich zu ankern: wir sagen hierzu, dass er im Blut des Herzens “behaust” wird. Hier kann er zur Ruhe kommen – vor allem im Tiefschlaf. Shen drückt sich vor allem durch positive Ausstrahlung und dem frischen Strahlen unserer Augen aus.
Energetische Dysbalancen – “wenn etwas aus dem Ruder läuft”
Sind die Energie-Aspekte untereinander in einem relativen Gleichgewicht, sind wir gesund!
Dysbalancen kommen auf 3 unterschiedliche Arten zu Stande:
- durch äußere klimatische Faktoren (alle sprechen vom Wetter – wir auch :-))
- durch innere Faktoren, damit sind alle sieben Emotionen gemeint
- Sonstige (weder innen noch außen), durch Lebensweise, Konstitution oder Ernährung bedingt.
Wie sieht ein Qi- bzw. Yang-Mangel aus?
Akut entstanden durch Überarbeitung, Krankheit, Verausgabung kann es zu Symptomen wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit und z.B. Hunger führen. Durch rechtzeitige Abhilfe (Essen, Schlafen, Ausruhen, Bewegung) kann dies schnell behoben werden.
Wenn wir uns allgemein schwach fühlen, spontan schwitzen, uns nicht bewegen oder sprechen wollen, Gewicht zunehmen, blasses Gesicht haben u.a., sprechen wir von einem generellen Qi-Mangel. Auf einzelne Organe bezogen gibt es hier z.B. bei Lungen-Qi-Mangel Kurzatmigkeit oder Atemnot und bei einem Magen-Qi-Mangel Appetitlosigkeit/ langes Verweilen der Nahrung im Magen. Hier sind gezielte Therapieansätze erforderlich, um die Organe selbst zu kräftigen (z.B. mit Akupunktur oder Qi Gong-Übungen).
Ein Yang Mangel ist ein tieferer Prozeß der Erschöpfung und die Ausleerung hält bereits über längere Zeit an. Zu dem Qi-Mangel kommt jetzt ein deutlicher Wärme-Mangel und eine tiefere Müdigkeit und Antriebslosigkeit hinzu, die nicht mal eben mit gutem Essen und Schlaf zu verbessern ist. Auch die Körperfunktionen sind oft deutlich mehr eingeschränkt bzw. vermindert.
Blut- und Yin-Mangel: Wenn uns in den Wechseljahren die kühlenden und nährenden Substanzen abhanden kommen, kommen wir auf andere Art “aus unserer Mitte”: Benommenheit, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, trockene Haut/ Haare/ Schleimhäute, tiefes Gefühl von Erschöpfung und gleichzeitigem “nicht-runter-kommen-können”, dumpfes Kopfweh, innere Unruhe und Nervosität, nächtliches Schwitzen. Unser Substanzverlust kann uns auf unterschiedlichen Ebenen treffen. Grundsätzlich braucht es das Yin um das Yang zu ankern – das Wasser kontrolliert das Feuer.
Auf einzelne Organsysteme bezogen kann es beim Herz-Blut- oder Yin-Mangel zu Durchschlafstörungen, unruhigem/leichten Schlaf führen und z.B. bei einem Leber-Blut- oder Yin-Mangel zu emotionaler Dünnhäutigkeit, schnelles Überfordert – sein und Rastlosigkeit kommen.
Essenz-Mangel sind die tiefsten Ausleerungs- Prozesse, die bereits existentiell werden können.
Die 4 Phasen der Wechseljahre aus medizinischer & TCM-Sicht
Um zu verstehen, in welcher Phase des Umbruchs Sie sich befinden, hilft ein Blick auf die medizinischen Meilensteine, die in der Literatur in diesem Zusammenhang genannt werden:
1. Prämenopause (ab Mitte 30 bis Mitte 40)
Die Eierstöcke produzieren langsam weniger Progesteron. Da der Östrogenspiegel (Östradiol) noch relativ stabil bleibt, entsteht eine sogenannte Östrogendominanz. Der Körper muss bereits mehr Energie aufwenden, um den Zyklus zu steuern. Die Periode ist meist noch regelmäßig, aber die emotionale Achterbahn vor den Tagen (PMS) nimmt oft zu.
2. Perimenopause (ca. 4–10 Jahre vor der letzten Periode)
Die Hormonproduktion schwankt jetzt massiv. Das ist die Phase mit den stärksten Wechseljahresbeschwerden. Der Progesteronspiegel sinkt weiter gegen null, und auch das Östrogen bricht sprunghaft ein. Typische Symptome sind jetzt erste Schlafstörungen, ein weniger erholsamer Schlaf, Kopfschmerzen, veränderter Zyklus und spürbare Stimmungsschwankungen.
3. Menopause (Der exakte Zeitpunkt)
Als Menopause bezeichnet man medizinisch exakt den Zeitpunkt der allerletzten Menstruation (im Durchschnitt mit 51 Jahren). Dass es wirklich die letzte Periode war, weiß man allerdings erst, wenn danach 12 Monate lang keine Blutung mehr aufgetreten ist. Da die Eierstöcke ihre Hormonproduktion nun fast vollständig einstellen, müssen andere Organe wie die Schilddrüse und die Nebennieren diese Aufgabe kompensieren – was ohne Unterstützung schnell zu Erschöpfung oder einer Nebennierenschwäche führen kann.
4. Postmenopause (Ab einem Jahr nach der letzten Periode)
Die Hormonspiegel stabilisieren sich dauerhaft auf einem niedrigeren Niveau. Viele akute Beschwerden lassen spürbar nach. Nun gilt es jedoch, langfristigen Risiken wie dem beschleunigten Knochenabbau (Osteoporose) aktiv vorzubeugen.
Warum der Sommer die Wechseljahresbeschwerden verstärkt
Vielleicht fragen Sie sich: „Meine Freundin hatte kaum Beschwerden, aber ich leide unter extremen Hitzewallungen und Schweißausbrüchen – warum ist das so?“
Die Antwort liegt in Ihrer individuellen Ausgangslage. Viele Frauen bringen bereits einen Rucksack an hormonellen, energetischen und nährstoffbedingten Ungleichgewichten mit in die Wechseljahre. Chronischer Stress, Reizüberflutung, Nährstoffmängel und Medikamente potenzieren die Symptome.
Besonders im Sommer wird die körpereigene Thermoregulation auf eine harte Probe gestellt. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) betrachten wir den Körper durch eine energetische Brille. Die Wechseljahre beschreiben das Absinken des Nieren-Yin – also der kühlenden, nährenden Säfte des Körpers. Wenn im Sommer die äußere Hitze (Yang) auf ein ohnehin geschwächtes inneres Kühlsystem (Yin) trifft, kocht die Energie regelrecht hoch.
Die Folge: Akute Hitzewallungen, starker Nachtschweiß und starke Erschöpfung am Tag.it.

Ihr Fahrplan für einen harmonischen Übergang in Ihre neue Weiblichkeit: die 5 Säulen der Heilung
- Lebensstiländerung
- Bewegung, Atem und Körpergefühl
- ausgewogene Ernährung
- Akupunktur
- chinesische Heilkräuter-Therapie oder Mineralien und Mikronährstoffe
Ausreichender Schlaf und ausgedehnte Ruhephasen sind jetzt wirklich wichtig – können Sie die einbauen? Ruhe und Reiz-Entzug helfen der Regeneration des Yins, was uns wiederum unterstützt herauszufinden, was wirklich gut für uns ist. Ausdauernde, manchmal auch fordernde Bewegung ist wichtig zum Erhalt unserer Muskulatur und Kondition -> Funktion und Qi-Aufbau.
Wie wichtig gute und regelmäßige Ernährung ist, kann ich garnicht genug betonen! Wollen Sie Ihr Qi und Ihre Form solange wie möglich bewahren, kommen Sie um eine gute Ernährung nicht drumherum. Jedes Hormon besteht aus Aminosäuren – also aus Eiweiß. Eine ausreichende Versorgung mit hochwertigem, pflanzlichem oder tierischem Eiweiß sowie frischem, buntem Gemüse ist jetzt die Basis für eine Hormonbalance. Andererseits ist es auch sinnvoll, Alkohol, Zigaretten und Kaffee weg zu lassen bzw. stark zu reduzieren.
Akupunktur ist eine wirklich tiefe Unterstützung und Ausbalancierung bei “stürmischer See” und wenn Sie sich einfach unwohl im eigenen Körper fühlen. Probieren Sie es aus – es hat keine Nebenwirkungen!
Zusätzlich können Sie Ihr System mit gezielten Mikronährstoffen unterstützen:
- Gegen Entzündungen & Brain Fog: Da Progesteron stark entzündungshemmend wirkt und in den Wechseljahren abnimmt, hilft ein hochwertiges, flüssiges Omega-3-Öl, diesen Mangel aufzufangen und die mentale Klarheit zu bewahren. Außerdem sind Mineralien “Yin”. Eine Yin betonte Ernährung sieht leichtes gekochtes flüssigkeits-spendendes Essen vor: Kompotte, Suppen, Hülsenfrüchte als Beilage oder jetzt im Sommer als leckeren Salat, Aloe-vera-Saft in kleiner Dosierung,
- Für Gelenke & Gewebe: Sinkendes Östrogen beeinträchtigt Muskeln und Knorpel. Ein gutes Kollagen-Produkt in Kombination mit moderatem Kraftsport regeneriert Ihre Strukturen.
- Für die Knochengesundheit: Vitamin D3 mit K2 ist jetzt essenziell, um Calcium in die Knochen einzulagern und Osteoporose vorzubeugen.
- Für Nerven & Kühlung: B-Vitamine stärken ein strapaziertes Nervensystem, während Vitamin E nachweislich dazu beitragen kann, Hitzewallungen zu lindern. Zink und Selen unterstützen zudem eine beanspruchte Schilddrüse.

Wie Ihnen die Chinesische Medizin in Kempten durch die Wechseljahre hilft
In meiner Heilpraktiker-Praxis in Kempten setze ich genau an der Basis an: den energetischen Regelkreisläufen Ihrer Organe. Über eine ausführliche Anamnese sowie die TCM-typische Zungen- und Pulsdiagnose ergründe ich Ihre ganz persönliche Situation.
Wir regulieren Ihr System genau dort, wo es Hilfe braucht. Mit einer maßgeschneiderten Kombination aus:
- Gezielter Akupunktur: Um die aufsteigende Hitze zu klären, Disharmonien auszugleichen und Ihr inneres Kühlsystem (Yin) und Blut zu stärken.
- Tuina-Massagen: Um Blockaden zu lösen und das gestaute Qi wieder frei fließen zu lassen.
- Individuellen Ernährungs-Tipps für den Sommer: Welche Lebensmittel kühlen Sie von innen heraus, ohne Ihre Verdauung zu schwächen?
Sie müssen nicht allein durch diesen Umbruch steuern. Nehmen Sie sich und Ihre Symptome ernst. Je besser Sie jetzt für sich sorgen, desto sanfter und kraftvoller gleiten Sie in diesen neuen, wunderbaren Lebensabschnitt der reifen Weiblichkeit.




